Leipzig Teil I ~ Juni 2015

Ich wollte mir gerne den Alten Johannisfriedhof anschauhen. Man kann nunmehr durch das Grassi Museum auf den Friedhof gelangen. Ich bin gleich zu Anfang hin, denn später waren ja Geburtstage und Goldene Hochzeits Feiern. Hier nun der Eingang.

Der Alte Johannisfriedhof ist der älteste Friedhof der Stadt Leipzig.
○ 1981 wurde der Friedhof gesperrt und in den folgenden vierzehn Jahren umfassend saniert. 1991 wurden 58 Grabmale vom Neuen Johannisfriedhof im südöstlichen Teil des Alten Johannisfriedhofs aufgestellt.
○ Seit 1995 ist der Friedhof wieder der Öffentlichkeit zugänglich und steht als museale Parkanlage unter Denkmalschutz.
○ Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts büßte der Friedhof durch die Verbreiterung der angrenzenden Straßen und den Bau der Gutenbergschule auf dem Areal der fünften Abteilung weiter an Größe ein. Aufgrund dieser Baumaßnahmen verloren viele Grabmale ihren ursprünglichen Standort.
○ Musikalität, Geschäftssinn und Klugheit aus Jahrhunderten sind in diesem Friedhofspark begraben. Einer der in Stein Verewigten ist Franz Dominic Grassi, der sein Vermögen nicht für seine Pferde oder Theaterleidenschaft verprasste, sondern es der Stadt Leipzig für Kunst und Kultur hinterließ. (Wer diese wunderschöne Figur ist, konnte ich leider nirgend herausfinden.)

○ Entstanden ist der Friedhof bereits im Jahr 1278 auf dem Grundstück des Johannishospitals, eines Hospitals für Leprakranke. Er war später der im 14. Jahrhundert erbauten und im Zweiten Weltkrieg zerstörten Johanniskirche angegliedert. Zunächst wurden hier vor allem die verstorbenen Leprakranken bestattet. 1476 vergrößerte man den Friedhof, da nun auf Weisung des Kurfürsten auch Leipziger ohne Bürgerrecht dort beerdigt werden sollten. 1536 wurde der Friedhof von Herzog Georg schließlich zur allgemeinen Begräbnisstätte der Stadt Leipzig bestimmt. Als Folge davon wurden im 16. und 17. Jahrhundert die erste und zweite Abteilung mehrfach erweitert. Zur gleichen Zeit erfolgte auch die Umgestaltung im Stil eines Camposanto.
○ In den Jahren 1680 und 1805 wurde der Friedhof um die Abteilungen drei und vier erweitert. Als auch dieser Platz nicht mehr ausreichte, erfolgte in den Jahren 1827 bis 1863 die letzte Erweiterung mit der fünften Abteilung.
○ In seiner Geschichte war der Friedhof mehrfach Schauplatz von Kriegsgeschehnissen. Während des Dreißigjährigen Krieges verschanzten sich schwedische Truppen auf ihm und zerstörten ihn zum Teil. Im September 1813 wurde das Gelände zum Lagerplatz für Gefangene und Verwundete, da die Lazarette in der Stadt nicht mehr ausreichten. Die Soldaten lebten in den Gruften und benutzten das Holz der Särge als Feuerholz.
○ In der Vierten Abteilung befinden sich (nicht markierte) Massengräber mit Opfern des Siebenjährigen Krieges und der Völkerschlacht.

Von den in den 1920er Jahren noch reichlich vorhandenen Grufthäusern ist heute nur noch die Gruft der Familie Baumgärtner erhalten. Am 4. Dezember 1943 wurde die Johanniskirche bei einem Bombenangriff zerstört. Nur der Kirchturm konnte erhalten und gesichert werden, wurde aber wie bekannt 1963 gesprengt.

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