Türen der Welt # 8 – Schwarzhäupterhaus (Riga)

Meine Tür kommt erst heute, weil wir Gestern Samstag in Vaxholm unterwegs waren wie ich schon schrieb.

Die Nr 8, der August Beitrag zu KallesTüren der Welt” hab ich extra für Kalle aus Riga mitgebracht 🙂 Ist ein wenig mehr als nur Tür was ich zeige. Aber bei diesen Objekt kann ich nicht weniger..das würde es „zerreisen“.

Das Schwarzhäupterhaus (lettisch: Melngalvju nams) auf dem Rathausplatz der lettischen Hauptstadt Riga (lettisch: Rīga) wurde 1334 als das „Neue Haus der Großen Gilde“ erstmals urkundlich erwähnt. Es diente sowohl den Kaufleuten als auch der vorwiegend deutschen Bürgerschaft Rigas für Zusammenkünfte. Es entspricht den in anderen Städten zur damaligen Zeit errichteten Artushöfen. Das im gotischen Stil errichtete Haus entsprach mit seinem steilen Giebeldach, dessen First die stattliche Höhe von 27 Metern erreichte, einem mittelalterlichen Wohnhaus. Die reich mit Skulpturen und Reliefs Giebelfassade des Gebäudes, das nach dem Vorbild holländisch-flämischer Zunfthäuser im manieristischen Stil umgestaltet wurde, ist nach ihrer originalgetreuen Rekonstruktion wieder Symbol und eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Riga.


Namensursprung:
Die Compagnie der Schwarzen Häupter war aus der Ende des 13. Jahrhunderts tätigen Bruderschaft des Heiligen Georg hervorgegangen. Sie vereinigte junge, unverheiratete ausländische Kaufleute, die in Riga lebten, ohne das Bürgerrecht der Stadt zu besitzen. Anfangs war der Heilige Georg (Beschützer der Ritter und Krieger) der Schutzpatron dieses Bundes. Später nahm diese Rolle der Heilige Mauritius ein, dessen Symbol, der Mohrenkopf, in das Wappen der Schwarzhäupter eingegangen ist. Die Satzung der Compagnie von 1416 ist erhalten geblieben. Die Compagnie besteht heute noch mit Sitz in Bremen und ihre Mitglieder halten immer noch die alten Regeln ein. Im Jahre 1447 vermietete der Rigaer Rat den Paradesaal des Obergeschosses an die Schwarzhäupter. Der Name „Schwarzhäupterhaus“ wurde erst 1687 eingeführt, aber erst 1713 ging das Haus in deren Besitz über.

Zerstörung und Rekonstruktion:
Das Schwarzhäupterhaus wurde im Zweiten Weltkrieg am 29. Juni 1941 durch den Beschuss von deutschen Truppen bei der Einnahme Rigas zerstört. 1948 wurde die verbliebene Ruine wegen der schweren Beschädigungen, aber auch aus ideologischen Gründen gesprengt.

○ Die Fläche des Schwarzhäupterhauses wurde in den wesentlich vergrößerten Rathausmarkt einbezogen und blieb bis 1993 unbebaut. In Vorbereitung der 800-Jahr-Feier der Stadt wurde das Gebäude innerhalb von sieben Jahren (1993–1999) originalgetreu rekonstruiert. So wurde die in vergangener Zeit zwischen den Schwarzhäuptern und der Stadt Riga in Anerkennung der jahrhundertealten Beziehungen getroffene „Übereinkunft“ Wirklichkeit: – deutsch: „Sollt ich einmal fallen nieder, So erbauet mich doch wieder.“

○ Bei der Rekonstruktion des Schwarzhäupterhauses wurde der Keller, der bei der Sprengung zugeschüttet wurde, von den Gebäuderesten befreit. Manches Detail konnte gerettet werden und wird nun wieder in den Kellerräumen ausgestellt.

○ Zu dem Gebäudekomplex gehören auch das angrenzende Schwabe-Haus und der Speicher der Blauen Garde. Zwischen dem Schwarzhäupterhaus und dem gegenüberliegenden Rathaus befindet sich das Symbol für die städtische Freiheit – der Roland mit dem Rigaer Wappen und dem Schwert.

○ Im Schwarzhäupterhaus befindet sich heute neben städtischen Veranstaltungsräumen auch das Touristenbüro der Stadt Riga sowie ein Cafe.

Fassadenschmuck: (und eine Seitentuer)
○ Auf der Giebelspitze befindet sich die Wetterfahne „Heiliger Georg im Kampf mit dem Drachen“. Direkt darunter an der Giebelfassade befindet sich das Relief des König Arthus mit Zepter und Reichsapfel. Links von ihm auf der Fassade steht ein Löwe mit Schild und rechts von ihm ein Blumenstrauch mit Möwe.
○ Unter dem Relief von König Arthus befindet sich eine astronomische Uhr. Sie wurde 1626 vom Uhrmachermeister Matis als „Calendarium perpetuum“ (deutsch: „Ewiger Kalender“) hergestellt. Sie zeigt außer den Mondphasen, den Tierkreiszeichen und der Uhrzeit auch das jeweilige Datum und den Wochentag an. Die jetzige Uhr ist ein Nachbau, der in Regensburg hergestellt wurde.
○ Unter der Uhr befinden sich in einer Reihe die Stadtwappen der Hansestädte Riga, Bremen, Lübeck und Hamburg. Sie werden rechts und links von Löwen bewacht.

○ Jeweils unter den Stadtwappen befinden sich die Skulptur des Neptun, die Allegorien der Eintracht und des Friedens und die Skulptur des Merkurs.
○ An den beiden Giebelseiten des benachbarten Schwabe-Hauses befinden sich Figuren der Landsknechte.
○ Im unteren Bereich der Fassade des Schwarzhäupterhauses sind weiterhin zu finden: Löwen, das Rigaer Stadtwappen, das Wappen der Compagnie der Schwarzen Häupter, die beiden Schutzheiligen Maria und Mauritius, die Stadtwappen von Reval und Dorpat und die Skulptur des Heiligen Georgs im Kampf mit dem Drachen.

○ Innenausstattung: hab ich nicht gesehen, dazu reichte leider die Zeit nicht. Das werde ich beim nächsten mal anschaun. – (dei Uhr zeige ich später näher in einem anderen post)

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Türen der Welt # 7 – heute nicht weit -Bünsowska Haus

Die Nr 7, der Juli Beitrag zu KallesTüren der Welt” ist heute nicht weit entfernt (weil ich keine Möglichkeit hatte). Aber so gesehen ist es ja nicht nah bzw weit für euch 🙂

Das Bünsowska  Haus, Strandvägen 29 bis 33 (Quartier-Korporal 9)
1886-88 vom Holzmagnaten F. Bünsow in Auftrag gegeben und bauen lassen. Für die Grundrisse wurde Architekten AG Forsberg angagiert. Für die Fassaden wurde Schwedens erste Architekturwettbewerb privat gestartet. Der Sieger war Isak Gustaf Clason. Er arbeitete hier mit freiem Fenster Gruppierung und echte Materialien anstelle von Gips oder Stuck. Das Haus hatte von vornherein Bäder, Toiletten, Aufzüge und elektrische Beleuchtung.


Zu Bünsow:
Fredrik Bünsow kam im Alter von 20 Jahren nach Schweden. Sein Vater war ein Porträtmaler und Zeichenlehrer in Kiel -Joachim Johann Friedrich Bünsow. Er begann seine Karriere bei Albert Bonnier, einer der Buchhandlungen auf der North Bridge in der Altstadt von Stockholm. Im Jahr 1847 erhielt er  ein Holzunternehmen in Sundsvall von seinem Onkel. Die schwedische Holzindustrie war da im Beginn der Expansion, die in den kommenden Jahrzehnten und Bünsows kleine Unternehmen schnell zu einem der größten Sägewerke in Sundsvall  wuchs folgen würde. Er war nicht damit zufrieden, eine Säge zu starten, sondern er kaufte Wald nach Wald. Bünsow sah es als eine Erklärung der Holzversorgung. Mit der Kenntnis der staatlichen Pläne für eine Eisenbahn bis Nedansjö-Weg zu bauen, entschied er sich, eine Eisenhütte zu bauen, etwas, das nie  zur Realisierung kam.

Bünsow ließ sich in Stockholm nieder nach dem großen Brand 1888 in Sundsvall. Er besaß bereits einige Häuser, darunter eine in exponierter Lage am Hauptbahnhof in der Innenstadt. Aber es sollte ihm einen Namen in der Geschichte der Architektur, geben,  nach einem Wettbewerb des Architekten Isak Gustaf Clason das herrliche Bünsowska Haus  auf der Promenade. Die Adresse wurde nicht zufällig gewählt. Hier war ein neuer Boulevard geschaffen, und dieser private Palast war ein wichtiges Vorbild für die schwedische Steinbauten in den 1890er Jahren geworden.
○ Fredrik Bünsow wurde zum Vorsitzenden des  Betriebsrat der Stadt Sundsvall. Nach nur wenigen Monaten jedoch wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden herabgestuft. Ehrenmitglied Norrland Nation in Uppsala, blieb er jedoch bis zu seinem Tod im Jahre 1897.
○ Fredrik Bünsow war, mit Ausnahme von Alfred Nobel, Schweden reichsten Mann seiner Zeit. Zu seinem Tod war er gut für, in heutigem Geld, 420 Millionen Euro.
○ Laut Quellen, war er ein beredter, wenn auch schweigsame Mann mit gutem Herzen. Es erschien als ein harter Arbeitgeber aber immer noch beliebt bei seinen Mitarbeitern.

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Türen der Welt # 5 – Herengracht 476

Die Nr 5, der Mai Beitrag zu Kalles Projekt Türen der Welt”. (Ihr werdet noch mehr Türen aus den Nederlands zu sehen bekommen. Nach und nach zeige ich sie. Hoffentlich langweile ich euch nicht damit..*lach* Ich zeige sie aber trotzdem. Hab sie ja extra dafür fotografiert)

Das Haus – Herengracht 476 („Herrengraben“): Huis de Vicq (Familie De Vicq) (1670).
François de Vicq (* 9. August 1646 in Amsterdam; † 22. September 1707 ebenda) war ein holländischer Patrizier, Verwalter und Politiker. François entstammte dem Geschlecht De Vicq und war der Sohn des Patriziers François de Vicq (1603-1678). 1673 wurde De Vicq Schepen der Stadt und nach des Vaters Tod übernahm er dessen Sitz in der Vroedschap. Zwischen 1679 und 1707 war er Ratsherr Amsterdams. Als Verwalter und Hauptpraktikant der Niederländischen Westindien-Kompanie ist er seit 1675 aufgetreten. 1694 wurde De Vicq erstmals zum Schout ernannt. In den Unruhen des Jahres 1696 wurde sein Stadthaus in der Gouden Boucht von Soldaten bewacht. Im Folgejahr wurde er zum ersten mal zum Bürgermeister gewählt.
Seit 1981 ist das Gebäude dem Prinz Bernhard Kulturfond, der als Büro genutzt wird vermietet. Das Haus ist eins der Kultur Monumente Hollands. (die Strassen neben den Grachten sind ja ziemlich schmal, deshalb ist es schwer die Fasaden der Häuser zu fotografieren)
Die Herengracht (deutsch: „Herrengraben“) ist die innerste der drei zum Amsterdamer Grachtengürtel gehörenden, konzentrisch um die Altstadt Amsterdams herum angelegten Grachten. Sie liegt westlich und südlich des mittelalterlichen Stadtkerns, ihre Verlängerung jenseits des Flusses Amstel, die Nieuwe Herengracht (deutsch: „Neuer Herrengraben“), östlich der Altstadt. Innerhalb parallel zur Herengracht verläuft der ehemalige mittelalterliche Stadtgraben Singel, außerhalb die Keizersgracht.

Die Herengracht entstand in zwei Bauabschnitten um 1613 und um 1664. Zu den bekanntesten Baudenkmälern gehören die in der Gouden Bocht (Goldenen Bogen) entstandenen barocken Stadtpaläste einiger der reichsten Familien Amsterdams.


Geschichte:
Die Bauarbeiten zur Herengracht wurden im Jahr 1612 auf Initiative von Bürgermeister Frans Hendricksz. Oetgens, Stadtbaumeister Hendrick Jacobsz Staets und Stadtvermesser Lucas Jansz Sinck begonnen.Zu Beginn wurde lediglich ein Kanal angelegt, um die Werkstätten der Reepschläger, also der Hersteller von Schiffstauen, zu erschließen, die sich außerhalb des alten Stadtgrabens (des heutigen Singel) angesiedelt hatten. Nach einer Verbreiterung und dem Ausbau zu einer Stadtgracht 1612 erhielt der Kanal den Namen Herengracht, zu Ehren der Stadtherren von Amsterdam.
Der 1612 begonnene erste Bauabschnitt lag im Westen der Altstadt und reichte von der Brouwersgracht bis zur Leidsegracht. Der zweite Abschnitt bis zur Amstel entstand ab 1658. In diesem Teil liegt die Gouden Bocht, der prächtigste Teil der Straße, in dem sich viele der mächtigsten und reichsten Ratsherren und Kaufleute Amsterdams neue Stadtpaläste errichteten. Die Kaufmannschaft der Stadt war durch den Handel mit Südamerika und Niederländisch-Indien zu großem Reichtum gelangt. Die Amsterdamer Architekten Philips Vingboons (1607–1678) und Adriaan Dortsman (1635–1682) entwarfen viele dieser repräsentativen Bürgerhäuser.

Der letzte Bauabschnitt, die Nieuwe Herengracht, entstand in der Nähe des damaligen jüdischen Viertel Amsterdams, zwischen den Flüssen Amstel und IJ. Wegen einer Wirtschaftskrise dauerte es lange, bis die Erweiterung völlig bebaut wurde.

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Türen der Welt # 3

Hier nun die Nr 3 zu Kalles Projekt Türen der Welt”. Die habe ich fotografiert als ich eine Freundin in Wien besucht habe. In Wien war ich mehrmals.

In Wien, die Otto-Wagner-Station am Karlsplatz. Der Karlsplatz ist ein durch Jahrhunderte hindurch gewachsener historischer Knotenpunkt. Der Resselpark selbst entstand 1862 vor dem „k.k. Polytechnischen Institut“ (der heutigen Technischen Universität ) und der Evangelischen Schule, am Ufer des Wienflusses und vor der von Fischer von Erlach erbauten barocken Karlskirche. Seit der Regulierung und Einwölbung des Wienflusses (1895-1902) und der Inbetriebnahme der Stadtbahn (Vorläuferin der U-Bahn) gab es immer wieder Wettbewerbe, Pläne und Lösungsvorschläge zur Umgestaltung des Parks bzw. des gesamten Platzes, die jedoch nie realisiert wurden.

Die bedeutendste Barockkirche Wiens wurde 1716 bis 1722 von Johann Bernhard Fischer von Erlach begonnen und 1723 bis 1739 von seinem Sohn Joseph Emanuel vollendet. Die mächtige Kuppel der Kirche (72 m hoch) gehört zu den beherrschenden Elementen des Wiener Stadtbildes.


Einem Gelübde Kaiser Karls VI. anlässlich der schrecklichen Pestepidemie verdankt Wien eines seiner prachtvollsten Gotteshäuser. Der Hochbarockbau Johann Bernhard Fischer von Erlachs, nach dem Tod des Meisterarchitekten von dessen Sohn Joseph Emanuel bis 1739 vollendet, stellt auch ein Monument imperialer Machtentfaltung der Habsburger dar.Hinter dem von einem gewaltigen Säulenpaar flankierten Eingangsbau in Form eines griechischen Tempels erhebt sich die 72 m hohe Kuppel nach dem Vorbild des römischen Barock.
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