Anna #13 – ein Ort am nördlichen Polarkreis

Jokkmokk ist ein Ort der historischen Provinz Lappland am nördlichen Polarkreis. Der Ort ist das Zentrum der samischen Kultur in Schweden.
• Jokkmokk ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde und ist bekannt für seinen jährlich stattfindenden Jokkmokks Vintermarknad. – Die erste Bebauung geht auf das Jahr 1602 zurück. In diesem Jahr beschloss König Karl IX. die Anlage einiger Marktplätze im Norden Schwedens, um die verstreut lebende samische Urbevölkerung zum Handel, zur Steuereintreibung und zur Missionierung leichter erreichen zu können. Jokkmokks Vintermarknad wurde erstmals im Jahre 1605 abgehalten. Diesen gibt es schon seit 400 Jahren! In den 3 Tagen, die der Markt dauert, besuchen ca. 40.000 Menschen das mit sonst 3.000 Einwohnern eher beschauliche Dorf.

○ Die wunder-schöne „alte“ Kirche in den Sami-Farben innen.
Die achteckige “ Alte Kirche“ mit ihrem abseits stehenden Glockenturm wurde 1753 aus Holz errichtet. 1972 brannte die Kirche ab und wurde in der Folge unter der Leitung des Architekten Herbert Juhlin rekonstruiert. 1976 konnte das Gotteshaus wieder geweiht werden. Natürlich ist sie aussen im traditionellen Falurot gehalten und innen dominieren die Farben der samischen Jokkmokkstracht gelb, blau und rot. Sie hat einen für Kirchenbauten unüblichen oktoganalen, das heisst achteckigen Grundriss. Umgeben ist die Kirche von einem doppelten Holzwall, in dem im Winter wegen des gefrorenen Bodens die Särge mit verstorbenen Personen untergebracht wurden. Diese wurden dann im Sommer am Friedhof beigesetzt.

○ Die Kirche, über die ich auch berichten möchte, ist die Neue Kirche von Jokkmokk, die im neugotischen Stil erbaut wurde. Obwohl sie Neue Kirche heisst, ist sie eigentlich die ältere der beiden, dies aber nur wegen dem Neuaufbau der vorher genannten Kirche. Die Neue Kirche von Jokkmokk, wurde 1887/88 nach Plänen des Architekten Ernst Abraham Jacobsson erbaut und ist ein typisches Beispiel der Holzarchitektur im 19. Jahrhundert. Das Gebäude ist in seinem Grundriss quadratisch, wobei sich in einer Ecke ein Turm erhebt, während zwei weitere Ecken von Eingängen mit Vorhallen eingenommen werden. – In der vierten Ecke befindet sich die Sakristei. Zwischen diesen Eckräumen befinden sich an drei Seiten Emporen, während die vierte Seite den Chor mit dem Altar bildet. Die Kirche ist eine wunderbare Komposition von Modernem und Vergangenem. Die Kirchenglocken stammen nämlich ursprünglich von der alten Kirche und wurden eingeschmolzen, um in neuer Form im Glockenturm der Neuen Kirche einen Platz zu finden.


• Auch das Taufbecken ist absolut speziell und einzigartig. Es wurde aus roher Birke geschnitzt. Der Kirchenraum macht einen offenen Eindruck und verweist damit auf die zur Bauzeit vorwiegend samische Bevölkerung dieses Gebiets. Malereien gibt es keine an den Fenstern. Mehr ist aber auch gar nicht nötig und würde nur von den wesentlichen Dingen ablenken. So hat man genug Raum und Luft um die Atmosphäre richtig auf sich wirken zu lassen.
• Die Fassade des Gebäudes ist in wunderschön weissem und vanillegelbem Holz gehalten. Die Dächer leuchten in einem Grünton. Die Kirche liegt schön umgeben von Birken in einem parkähnlichen Garten umgeben von einem weissen Zaun mitten im Zentrum.


Artis Projekt – (Fotos klicken,grösser sehen)
nächstes mal am 15.November.

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Sápmi – Land der Samen – erstreckt sich über vier Nationen ohne Grenzen und umfasst weite Berg-, Wald-, Tundra- und Moorgebiete. Hier haben sie seit vielen tausend Jahren gefischt und gejagt, hier haben sie endlose Pfade getreten und Bächen und Bergen ihre Namen gegeben.
Laponia – Erbe der Welt in Lappland – erstreckt sich über ein 9400 km2 großes Gebiet in den Bergen und Wäldern Norrbottens und ist seit jeher Heimat der nomadisierenden Jäger und Rentierzüchter gewesen. Hier gab es schon lange fünf Nationalparks und mehrere Naturreservate. Durch die Aufnahme in die Liste der UNESCO über das Erbe der Welt wurde Laponia 1996 Natur- und Kulturerbe für die ganze Menschheit.

16 Kommentare zu „Anna #13 – ein Ort am nördlichen Polarkreis

  1. Hallo liebe Elke,
    was für beeindruckende Kirchenbauten. Besonders die neugotische Kirche hat es mir angetan. Sie sieht einfach einladend und freundlich aus. ja, die Atmosphäre wirkt so, ohne viel Schnickschnack am besten. Ein Taufbecken aus geschnitztem Birkenholz habe ich auch noch nie gesehen, aber es passt ja bestens zu der Parkanlage drumherum.

    Ich freue mich sehr , dass du wieder mit so einem tollen Post dabei bist und schicke dir ein ganz herzliches Dankeschön in den Norden.

    Liebe Grüße
    Arti

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    1. @Arti

      Hallo liebe Arti..
      Nicht wahr das sind sie…Die neugotische Kirche mag ich auch besonders..
      Leider hatte ich kein Foto vom Taufbecken…

      Mir macht es Freude bei dir mitzumachen…Gerne..
      Liebe Grüsse
      Elke

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    1. @Ilanah

      Gell besonders die weisse, grüne gefällt mir sehr..

      Nein, der Winter da oben ist mir zu kalt und eisig..Da fahre ich nicht hin.
      Ich hab zwar in NordSchweden gewohnt, aber das war nicht ganz so weit oben und an der Küste..
      Dort konnte es auch mal richtig kalt sein, aber bei weiten nicht so wie in Lappland..

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      1. Ja, die weiß-grüne ist wirklich ein Schmuckstück.

        Ich hätte nicht gedacht, dass die Temperaturunterschiede so gross sind.
        Aber so eine Kälte würde ich auch nicht wollen, egal ob es dort schön ist oder nicht.

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