Die Mauer…

Mein 9. November 1989 – Der Tag an dem die Mauer fiel.

Frau Tonari hatte eine interessante Aktion, zum Thema: 20 Jahre Mauerfall ins Leben gerufen.
Wo wart Ihr an diesem Tag? „Was habt Ihr an diesem Tag getan? Wie habt Ihr ihn erlebt? Was sind eure Erinnerungen an den 9. November 1989?

Meine Erinnerung:
Ich habe hier in Stockholm praktisch vor’m TV geklebt..
Damals war ich ja noch voll im Berufsleben, aber jede freie Minute zu Hause habe ich in allen möglichen TV Kanälen die Berichte angeschaut..(also CNN + BBC usw..aber keine deutschen Kanäle die konnten wir nicht empfangen zu dem Zeitpunkt) .
Mir liefen unaufhörlich die Tränen. Und ich hatte Gänsehaut..Sollte es endlich Wahrheit werden..

Die Montagsdemonstrationen waren ein bedeutender Bestandteil der Wende in der DDR im Herbst 1989. Es waren Massendemonstrationen, die seit dem 4. September 1989 in Leipzig stattfanden.

Meine beste Freundinn aus der Sandkastenzeit und Schulzeit habe ich von hier aus in LE angerufen (weiss garnicht mehr wer einen Telefon-Anschluss dort hatte, denn das waren nur ganz wenige) und sie eingeladen sofort mit ihrer Familie uns in Stockholm zu besuchen, was sie natürlich auch taten. Die ganzen Ereignisse überschlugen sich. Sie mussten noch eine Genehmigung (eine Art Visum) einreichen und dafür bezahlen, welches sich dann herausstellte das das garnicht notwendig war.

Ich hatte Fahrkarten und Schlafwagen für die schwedische Strecke gebucht und hier gekauft. Habe einem unserer Zugbegleitern damit beauftragt, die Fahrkarten mit nach Malmö zu nehmen und meine Freundin im Bahnhof Malmö per Lautsprecher zu kontaktieren. Das hat alles bestens geklappt, da mich das Personal sehr gut kannte.

Als ich sie alle drei dann hier im Stockholmer Bahnhof in die Arme schliesen konnte..war das unbeschreiblich emotional.

Und als wir sie wieder nach einer Woche zum Bahnhof brachten, habe ich mich auf der Stelle entschlossen sofort nach Leipzig zu fahren, um alle endlich wieder zu sehen.
Eine Woche später war ich dort 🙂

Ich bekam ja wärend all der Jahre zu DDR Zeiten nie ein Einreise Visum als privat Person (nur transit) von den s.g. DDR Behörden in Berlin, trotz das ich einen schwedischen Pass hatte. Die dämlichsten Gründe wurden angegeben um mir Abschlag zu geben. Man bedenke, ich war ein Kind als wir nach dem „Westen“ gingen, das war Jahre vor der Mauer und noch zu Stalins Zeiten .

Die Stasi schiekanierte mich sogar in Schweden im Beruf. Da könnte ich so viel drüber erzählen. In der Ruschestraße in Berlin war damals das Verwaltungsgebäude der (DDR) Reichsbahn neben dem jetzigen Museum der Stasi.


Commentar: Heute (2014) von mir
Deshalb verstehe ich manche damalige DDR Bürger nicht, die nunmehr die Zeiten fast zurückwünschen. Aber sie möchten natürlich nicht auf so manches verzichten.

12 Kommentare zu „Die Mauer…

  1. Ein sehr emotionaler Beitrag, liebe Elke. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, wie so eine Mauer auf mich gewirkt hätte. Sicher hätte ich versucht dem zu entfliehen!
    Wie hast du denn den gestrigen Tag, mit der Lichtmauer empfunden?!

    Sei herzlich gegrüßt 🙂

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    1. @Lucie

      Danke liebe Lucie..die Mauer kam erst später, da war ich schon in Schweden, aber sie war mir immer vor Augen, da ich nie dran vorbei kommen konnte..bzw meine Verwandten und Freunde besuchen konnte. Und sie mich natürlich auch nicht. Mein Mann und ich dachten uns alle möglichen Dinge aus um sie wärend Transit Reisen zu sehen.
      Natürlich wird alles wieder wach bei solchen Gedenktagen.. Die Lichtemauer habe ich nur kurz im TV gesehen. Ich habe nur einen deutschen TV Kanal.
      Sei herzlich gegrüsst 🙂 ❤

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  2. Ich saß mit meinem kleinen Erstgeborenen auf dem Sofa, hab die Bilder im Fernsehen verfolgt und mich gefreut, dass mein Kind in eine solche hoffnungsfrohe Zeit hineingeboren worden ist.
    Wir waren vor Jahren einmal in einem Hotel in der Ruschstraße und wussten zuerst gar nicht, dass in dieser Straße die Stasi gewesen ist. Aber das Gefühl war schon ein bisschen gruselig…
    Dieses Zurücksehnen von scheinbar guten, alten Zeiten ist ein Phänomen der Verdrängung. Viele alte (und auch junge) Leute wünschen sich „einen kleinen Hitler“ zurück, der dann mal wieder ein bisschen für Ordnung sorgt. Und dann rudern sie zurück und meinen, dass das mit den Juden nicht so doll gewesen war. Aber die Autobahn hat er wenigstens gebaut …
    Schon sehr krank!
    LG
    Sabienes

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  3. man kann sich das gar nicht so vorstellen, wenn man im Westen aufgewachsen ist. So wie man sich nciht vorstellen kann, wie es hier ist, wenn immer wieder von der anderen Seite Raketen geschossen werden oder Autofahrer absichtlich Menschen umfahren.

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    1. @vivilacht

      So ist es liebe Vivi. ❤
      Man denkt man kann sich in solche Dinge hinein versetzen, aber das ist nicht völlig möglich.
      Ich versuche mich in euer Geschehen hinein zu versetzten , aber das geht dennoch nicht ganz. Es geht nur vor Ort.
      (auch wenn ich das Ende des 2.Weltkrieges erlebt habe)

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  4. Danke, dass Du den Beitrag von vor fünf Jahren heute auf Deinen neuen Blog geholt hast.
    Ich gehöre zu denjenigen, die sich die alten Zeiten nicht wieder zurück wünschen.
    Gleichwohl: Es war natürlich nicht alles schlecht.

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    1. @Frau Tonari
      Ich lebte ja viel früher in der DDR, da war alles viel schlimmer als später liebe Britta.
      Und mir ist natürlich klar das du nicht dazu gehörst.
      Natürlich ist nichts NUR schlecht. Es gibt immer irgend etwas was gut ist. Da hast du völlig Recht.

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