Tick Tack – U(h)rig # 4

Frau Waldspecht möchte von uns einmal in der Woche (möglichst freitags) eine Uhr sehen. Also vierundzwanzig Wochen lang Zeitmesser in allen Größen, Farben, Variationen.

Die #4 ist in meiner Geburtstadt. Hab sie als ich letztes Mal dort war geknippselt.
Das in den Jahren 1927/28 errichtete Krochhochhaus am Leipziger Augustusplatz war der erste Hochhausbau Leipzigs.


(bild klicken, grösser sehen)
Das am 1. August 1928 eröffnete Krochhaus wurde anstelle des baufälligen Kopfbaus der im Besitz der Leipziger Universität befindlichen Theaterpassage von 1872 erbaut. Es wurde an der Westseite des zentral gelegenen Augustusplatzes, in der Goethestraße 2, vom Architekten German Bestelmeyer als Hochhaus in Stahlbetonbauweise errichtet. Dieser konnte bei dem 1926 vom Bankhaus Kroch zusammen mit dem Rat der Stadt Leipzig ausgelobten Wettbewerb einen der beiden zweiten Plätze belegen.

Herausragendes Merkmal des Hochhauses und damit Wahrzeichen des Augustusplatzes ist das auf dem Dach befindliche, aus drei von der Glockengießerei Schilling & Söhne in Apolda gegossenen Glocken (restauriert ab 2001) bestehende Schlagwerk. Die Glocken werden von zwei 3,30 m großen Glockenmännern – die damals als das größte Turmschlagwerk der Welt galten – geschlagen. Die Glockenschlägerplastiken stammen von Josef Wackerle.

Unterhalb der Glocken ist die lateinische Inschrift OMNIA VINCIT LABOR (Arbeit überwindet alles) angebracht. Darunter befindet sich die von zwei Löwenreliefdarstellungen flankierte Anzeige der Mondphasen, welche die gesamte Frontpartie des 12. Geschosses einnehmen, Fenster gibt es deshalb im 12. Geschoss nur an der Gebäuderückseite. Das 11. Geschoss besitzt auch nur zwei statt der in den anderen Etagen verwendeten 3 Fenster, zwischen denen sich eine Turmuhr mit einem Zifferblatt von 4,30 m Durchmesser befindet.

Die große Glocke wird vom rechten Glockenmann zu jeder vollen Stunde geschlagen, ihre Widmungsinschrift lautet: „Gegründet von [Martin Samuel Kroch] im Jahre 1877. Gewachsen und erstarkt mit dem aufblühenden jungen Reich errichtete die Firma [Kroch jr. KG] im fünfzigsten Jahr ihres Bestehens 1927–1928 dieses Bankhaus einen Turm als Sinnbild ungebrochener deutscher Kraft“. Nach der Enteignung des Bankhauses Kroch wurden die in Klammern gesetzten Teile aus dem Glockenmantel herausgemeißelt (wohl 1938/1939).

14 Kommentare zu „Tick Tack – U(h)rig # 4

      1. Da hast Du allerdings recht: Ohne zwei Weltkriege gaebe es sicher noch sehr viele alte Uhren mehr zu bewundern. Dir auch ein sonniges Fruehlings-Wochenende…

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  1. danke fuer die interessante Erklaerung dazu. Ich war ja noch nie in Leipzig und habe so die Gelegenheit, auch mal etwas neues zum Kennenlernen. Es ist eine schoene Uhr und ich wuerde auch gerne mal die Glocken laeuten hoeren.

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